
Schimmelpilz und Feuchtigkeit
Ärger mit Tiefenwirkung
Schimmelpilze sind Feuchte-Fans. Je nasser und ungemütlicher, desto besser gedeihen sie. Da nun Feuchtigkeit in Millionen von Alt- und Neubauten ein Riesenproblem darstellt, ist also auch die Pilzgefahr auf dem Vormarsch. Feuchte hat verschiedenste Ursachen: Undichtigkeiten und Überschwemmungen, vor allem aber die generell gestiegenen Wohn-Standards: häufiges Duschen, mehr Wäsche, mehr Kunststoffe. Durchschnittlich ca. 12 bis 15 Liter Wasser fallen dadurch in einem Vier-Personen-Haushalt an.
Um hier einen wirksamen Kondensationspuffer zu schaffen, wäre viel mehr regelmäßiges Lüften und Heizen vonnöten. Den meisten Menschen fehlt dazu allerdings schon arbeitsbedingt die Zeit. Zusätzlich vermindern bis zur Decke geflieste Badezimmer die natürliche Feuchtigkeitsregulierung; ebenso wirken viele Putze, die in ihrer Feuchte-Aufnahme- und Abgabe zu träge sind. Gerade auf kalten Bauteiloberflächen (Wärmebrücken) und/oder in Bereichen mit verminderter Luftzirkulation (hinter Möbeln, Vorhängen, Schränken) entsteht so ständige Oberflächenfeuchte – in Verbindung mit den unvermeidbaren Staubablagerungen ein idealer Lebensraum für Schimmelpilze. Die Folgen sind allgegenwärtig: unangenehme Flecken und Muffgeruch, vor allem in Küchen, Schlaf- und Sanitärräumen. Je nach Dauer und Intensität kann es zu massiven Schädigungen und Zersetzung der Bausubstanz kommen. Zugleich nimmt die Wärmedämmfähigkeit der befallenen Wände und Räume ab, dadurch sinken die Temperaturen der Bauteiloberflächen weiter, es entsteht also noch mehr Kondensat. Physikalisch ein Teufelskreis und finanziell ein Groschengrab, schon wegen der erheblich steigenden Heizkosten.
Am härtesten jedoch trifft es die Gesundheit der Bewohner. Denn Schimmelpilze können auch schwere Erkrankungen auslösen: Infektionen (Mykosen), Allergien und sogar Vergiftungen (Mykotoxikosen) sind keine Seltenheit. Menschen mit einem geschwächten Immunsystem – Kleinkinder, Schwangere, Transplantationspatienten etc. – sind besonders gefährdet.


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