
Hausstaubmilbe
Die Hausstaubmilbe
(Dermatophagoides farinae)
Größe ca. 0,5 mm, mit bloßem Auge nicht sichtbar, 300 – 400 passen auf einen Streichholzkopf. Hausstaubmilben kommen praktisch in jedem Haushalt vor und sind kein Zeichen mangelnder Hygiene und Sauberkeit.
Eine Temperatur von 20-30 °C und eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 70% sind ideale Voraussetzungen für ein ungestörtes Wachstum. In Höhen über 1200 m über NN, bei Temperaturen über 60 Grad und unter 4 Grad Celsius sowie ausgesprochener trockener Luft können sich Hausstaubmilben nicht behaupten.
Vermehrung
Die erwachsenen Weibchen der Hausstaubmilben legen jeden Tag ein bis vier relativ große Eier, aus denen bald sechsbeinige Larven schlüpfen. Über mehrere Häutungen entwickelt sich über verschiedene Nymphenstadien (bereits achtbeinig) die geschlechtsreife Milbe. Die schnelle Generationsfolge von etwa 1 1/2 Wochen kann unter für dieses Geziefer günstigen Entwicklungsbedingungen zu einer Massenvermehrung führen. Die Lebensdauer beträgt 60 bis 150 Tage. In diesem Zeitraum werden von den Weibchen 300 Eier abgelegt.
Nahrung
Menschliche Hautschuppen stellen die wesentliche Nahrungsquelle der Hausstaubmilbe dar. Da der Mensch pro Nacht durchschnittlich 1,5 Gramm an Hautschuppen im Bett verliert und diese in die Matratze einsickern, ist eine fortwährende reichliche Nahrungsquelle für die Hausstaubmilbe in der Matratze vorhanden.
Natürliche Feinde
Die um ein 10-faches größere Raubmilbe als natürlicher Feind der Hausstaubmilbe scheint heute nicht mehr zu existieren. Sonstige natürliche Feinde sind derzeit nicht bekannt.
Milbenkot in Matratzen
Die Hausstaubmilbe selbst ist nach derzeitigem Wissensstand für den Menschen nicht schädlich. Das 200-fache Ihres Körpergewichtes produziert die Milbe im Laufe ihres Lebens an Exkrementen (Milbenkot), die zunächst in kleinen schleimbedeckten Kügelchen an Textilienfasern kleben bleiben und später zu pulverförmigen Feinstaub zerfallen. Dieser Milbenkot enthält das allergieauslösende Allergen P1-Antigen, das Auslöser zahlreicher Gesundheitsbeschwerden ist.
Hausstaubmilben im gesamten Wohnbereich
Selbstverständlich kommen Hausstaubmilben nicht nur in Matratzen vor – auch in Teppichen, Polstermöbeln und Gardinen, ja sogar auf Parkettfußböden sind Hausstaubmilben und deren Milbenkot vorhanden. Der Unterschied liegt darin, dass wir mit diesen Gegenständen nicht 1/3 unseres Lebens so intensiven Kontakt haben und die Konzentration viel geringer ist als in der Matratze.
Matratzenarten und die Hausstaubmilbe
Bei einer groß angelegten Untersuchung bei 300 Matratzen wurde festgestellt, dass Hausstaubmilben in allen Matratzenarten beheimatet sind. Die früher aufgestellte Behauptung, dass sich in Latex keine Hausstaubmilben halten, ist nicht richtig. Allerdings gibt es Matratzen, die mit einem chemischen Mittel gegen Hausstaubmilben präpariert sind. Aber wer schläft schon gerne auf einer chemisch präparierten Matratze?


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